Alter und Schwangerschaft

Mit Mitte 40 noch auf natürlichem Weg ein Kind bekommen? Die Chancen dafür scheinen doch ganz gut zu stehen. Selbst frischgebackene Mütter von 50 Jahren sind heute keine Seltenheit mehr, wenn man sich die Cover von BUNTE & Co. anschaut. Ein wichtiger Teil dieser Geschichte wird jedoch nur selten öffentlich erzählt: Die meisten dieser Frauen sind nur durch künstliche Befruchtung, in vielen Fällen mit der gespendeten Eizelle einer jüngeren Frau, schwanger geworden. Denn selbst wenn die Menopause spät einsetzt und eine Frau noch mit Mitte 40 regelmäßige Zyklen hat, ist eine spontane Schwangerschaft in diesem Alter ein sehr seltenes Ereignis. Und auch mit einer künstlichen Befruchtung klappt es dann nur noch selten.

Die Eizellen: Anzahl & Alter sind entscheidend

Jede Frau wird mit einer bestimmten Zahl von Follikeln (Eibläschen) geboren. In diesen Eibläschen reifen die Eizellen heran. Bei deiner Geburt hast du etwa 1 Million Follikel. Der größte Teil dieser Reserve bildet sich allerdings mit der Zeit zurück. Ob du die Pille nimmst oder wie lang dein Zyklus ist, spielt dabei keine Rolle. Nach der Pubertät sind es dann noch 300-400.000 Follikel. Insgesamt werden aber nur ungefähr 300 Stück im Laufe deines Lebens „springen“ und damit eine Schwangerschaft ermöglichen. Von der Million bei der Geburt bleibt also gar nicht mehr so viel übrig. Wenn deine Menopause einsetzt, sind kaum noch Follikel vorhanden – und eine Schwangerschaft ist ausgeschlossen.

Befruchtung biologisch erklärt

Schwanger werden, das ist einerseits die natürlichste Sache der Welt. Aber andererseits muss ganz schön viel gutgehen, damit nach 40 Wochen ein Baby geboren werden kann. Im Zusammenhang mit der Empfängnis wird oft von einem „kleinen Wunder“ gesprochen – das klingt vielleicht ein bisschen klischeehaft, aber es stimmt. Denn bis das Spermium sich erfolgreich mit der Eizelle vereinen kann, hat es einen weiten Weg vor sich.